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Tipi: Das Zelt der Indianer

Redaktion: 14. Oktober 2015

Wohlbekannt aus Film und Fernsehen, die Tipis der Indianer mit ihrer typischen Kegelform. Wie die Indianer im Zelt gelebt haben und welche Besonderheiten das Tipi im Vergleich zu anderen Zelten hat, das erfahren Sie im Artikel.

Das Zuhause der Indianer: das Tipi.

Übersetzt bedeutet das indianische Wort „Tipi“ so viel wie „sie wohnen dort“. Das Zelt der nordamerikanischen Dakota-Indianer bestand nur aus wenigen Teilen und war deswegen leicht transportierbar – perfekt geeignet für einen nomadischen Lebensstil.

Das Gestell eines Tipis setzte sich aus ca. 10 – 30 dünnen Holzstämmen zusammen. Zuerst stellte man ein stabiles drei- bis vierbeiniges Grundgerüst auf, an dem die weiteren Stangen angelegt wurden. Dadurch entstand im oberen Drittel des Gestells das unregelmäßige Bündel von gekreuzten Stämmen.

Um das Gestell herum wurde dann eine Plane aus Leder gespannt, die am Boden mit Pflöcken oder schweren Steinen befestigt wurde. Das Leder gewannen die Indianer durch Jagd auf Bisons. Durch Gerbung und Räucherung des Leders war das Tipi beinahe wasserdicht. Zusätzlich kammen als Deckungsmaterial auch Baumrinden oder Matten zum Einsatz. Später im 1800 kamen die ersten Tipis aus Stoff auf, weil das Material leichter als Leder war, konnten die Indianer größere Tipis nähen

Eine Indianerin betritt ein Tipi.

Die kreisrunde Form des Tipis hatte im Durchschnitt einen Durchmesser von drei bis sieben Metern. Um das Innere des Zeltes komfortabler zu gestalten, wurden Lederplanen und Felle zum Sitzen ausgelegt. An den Innenstangen des Tipis wurde als Wärmedämmung und Windschutz ein sogenanntes Lining (Futter) angebracht. Zudem trug das Lining zur Intimsphäre bei. Es verhinderte, dass sich bei Dunkelheit Schattenumrisse der Bewohner auf der Lederplane abzeichneten.

Jedes Tipi eines Indianerstammes wurde bemalt. An der Bemalung war erkennbar, welchen sozialen Status der jeweilige Bewohner innerhalb des Stammes hatte. Im Zelt gab es eine Art virtueller Raumteilung. Je höher der Rang des Familienmitglieds war, desto weiter lag der Sitzplatz vom Eingang entfernt. In der Nähe des Eingangs saßen deswegen zuerst die Kinder und Frauen, etwas weiter weg dann die Männer. Dem Eingang gegenüber saß als ranghöchstes Familienmitglied das Familienoberhaupt.

Funktional und wettergeschützt

Mehrere Tipis am Rand eines Berges aufgestellt.

Viele Leute wissen nicht, dass die Form des Tipis unsymmetrisch ist. Der Kegel des Tipis ist leicht nach hinten geneigt, so dass eine steile und eine etwas flachere Seite entsteht. An der flacheren Seite befindet sich der Eingang, der überwiegend in Richtung der aufgehenden Sonne aufgestellt wurde, somit konnte die steilere und stabilere Rückseite den häufiger auftretenden Westwinden standhalten.

Das Lagerfeuer lag im Zentrum des Tipis, der aufsteigende Rauch sollte nicht im Knotenpunkt des Zeltgestells entweichen, deswegen war über dem Feuer eine Rauchöffnung mit zwei Klappen angebracht. Diese konnten durch Stangen ausgerichtet werden. Je nach Windrichtung wurde die Rauchöffnung für eine stärkere Sogwirkung weiter geöffnet oder bei schlechten Witterungsverhältnissen sogar komplett geschlossenen.

Erster Kontakt mit Europäern ist Tipi zu verdanken

Zeltlager der Indianer aus vielen Tipis.

Als 1541 ein Expeditionstrupp des spanischen Konquistadors Francisco Vásquez de Coronado auf Schleifspuren in der nordamerikanischen Prärie stoß, folgte man diesen. Die Spuren stammten von Schleiftragen oder Gleitschleppen (sogenannte Travois), mit denen die nomadisch lebenden Indianer ihr Eigentum transportierten. Die Schleiftragen bestanden aus den Stangen des Tipi-Gestells und wurden durch Hunde gezogen.

Jahre später übernahmen Pferde diese Aufgabe. Sie wurden durch die Europäer ins Land gebracht und wurden für die Indianer ebenfalls zu Nutz- und Reittieren. Die Dakota-Indianer bezeichneten die Pferde als „shunka-wakan“, was übersetzt „Großer Hund“ oder „Zauberhund“ bedeutet. Die Pferde konnten längere und schwere Stangen transportieren, was zu größeren Tipis führte. An der Bauweise des Zeltes änderte sich jedoch nichts.