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Geschichte des Zirkuszeltes

Redaktion: 12. April 2017

Zirkuszelte sind eindrucksvoll. Die meisten sind höher und größer als ein Einfamilienhaus und werden trotzdem im Handumdrehen aufgestellt. Aber wie hat sich die Kultur des Wanderzirkus eigentlich entwickelt und wo liegt der Ursprung? Warum ist eine Zirkusmanege rund? Und wie lange gibt es das Zirkuszelt überhaupt? Fragen, denen wir in diesem Artikel einmal nachgegangen sind.

Was bedeutet eigentlich Zirkus?

Rotes Zirkuszelt auf einer Wiese

Das Wort „Zirkus“ leitet sich vom lateinischen Begriff „circus“ ab und bedeutet so viel wie „Kreis“. Der Ursprung des Zirkus liegt in der Antike. Schon die alten Griechen und Römer führten in kreisförmigen Arenen Wettkämpfe wie Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe durch. Weltberühmtes Artefakt hiervon ist das Kolosseum und der Circus Maximus in Rom.

Aber warum nutzten die alten Römer eine kreisförmige Bauweise? Natürlich, diese bot zum einen mehr Publikumsplätze als gerade Tribünen, zum anderen hatten mehr Zuschauer eine gute Sicht auf das Geschehen. Weiterer Vorteil: Wettrennen konnten über mehrere Runden verlaufen und ließen sich fortlaufend beobachten. Aus diesen Gründen setzten sich kreisförmige Bauweisen für Manegen und Rennstrecken durch.

Moderne Form des Zirkus

Das Kolosseum in Rom.

Auch in der Vorform des heutigen Zirkus, die ca. Ende des 18. Jahrhunderts in England entstand, waren die Manegen kreisförmig. Das Bühnenprogramm war im Vergleich zu heute spartanisch. Kunstreiter führten in Manegen akrobatische Darbietungen auf Pferden vor. Für das Publikum war das neu, denn ursprünglich war die Reitkunst jahrelang Militär und Adel vorbehalten. Mit der Zeit wurde das Bühnenprogramm durch Zauberer, Gewichtheber, Clowns und weiteren Attraktionen erweitert.

Diese ersten Zirkusvorstellungen fanden damals nicht in Zirkuszelten statt, sondern in provisorisch errichteten Schaubuden, in Gebäuden oder im Freien. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts war es technisch zum ersten Mal möglich große, transportable Zelte zu produzieren. Da es für die Zirkusse kostengünstiger war ihre eigene Aufführungsstätte mitzubringen als eine zu mieten, setzten sich Zirkuszelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer stärker durch - die typischen Wanderzirkusse entstanden.

Zirkuszelt: Material und Technik

Die ersten Zeltplanen bestanden noch aus reinem Baumwollgewebe und waren nicht wasserdicht. Mit der Erfindung von Kunststoffen änderte sich das. Heutzutage wird überwiegend wasserdichtes, gewebeverstärktes PVC als Planenmaterial verwendet. Da eine durchgängige Zeltplane zu schwer und unhandlich wäre, besteht sie aus mehreren Teilen. Diese lassen sich zusammengefaltet platzsparend verstauen und leicht transportieren.

Am Aufführungsort wird die Dachplane dann einfach zusammengesetzt und mit Hilfe von Stahlmasten aufgerichtet und gespannt. Die Masten befinden sich zur Mitte hin und stellen den höchsten Punkt im Zirkuszelt dar. Sie werden mit Stahlseilen abgesichert, die an Stahlankern befestigt werden. Damit die Zeltplane nicht schräg auf den Boden fällt, befinden sich zum Rand hin sogenannte Rondellstangen, an denen die Plane im rechten Winkel zum Boden fällt – diese bilden die Außenwand des Zirkuszeltes. Zur weiteren Stabilisierung des Zeltes wurden lange Zeit sogenannte Strumstangen im Zuschauerraum aufgestellt. Da diese allerdings die Sicht einschränkten, sind viele Zirkusse dazu übergegangen die Dachplane stattdessen von außen mit Seilen abzuspannen. Im Zirkuszelt wird um die Manege herum ein Gradin aufgestellt. Eine Art abgestufte Zuschauer-Tribüne, damit alle Besucher einen guten Blick auf die Bühne haben und die Show genießen können.