Zeltboden für Lagerzelte, Zelthallen oder Partyzelte selber bauen

Das Zelt steht – aber der Boden ist uneben, kalt oder nass? Je nachdem, wie Sie Ihr Zelt verwenden wollen, kann es sinnvoll sein, das Ganze auf „trockene Füße“ zu stellen und einen Zeltboden zu bauen. Wir stellen Ihnen verschiedene Möglichkeiten vor, einen Boden in Ihrem Zelt einzubauen oder auszulegen, sei es für Lager- oder Partyzelte.

Warum einen Boden für das Zelt bauen?

Warum sollte man überhaupt einen Boden ins Zelt legen? Es steht doch wie eine Eins und Regen kommt auch nicht hinein? Nun, zum einen kann ja nicht jeder im platten Schleswig-Holstein wohnen, und selbst dort ist nicht alles perfekt eben. Ist der Boden uneben und löchrig, lohnt es sich, einen Zeltboden einzubauen, um die Fläche optimal nutzen zu können.

Nässe kommt übrigens nicht immer von oben – Wiesen können sehr nass sein, sodass auch Feuchtigkeit von unten aufsteigt und in die gelagerten Maschinen (oder Schuhe der Gäste …) gelangt. Zusammen mit der Feuchtigkeit kommt auch gerne Schmutz, welchen man größtenteils ja auch nicht auf den eingelagerten Gegenständen haben möchte.

Einen Zeltboden bauen
Ein Zeltboden lohnt sich bei unebenen, feuchten und unsauberen Böden.

Welche Materialien sind für Zeltböden geeignet?

Für unterschiedliche Zelttypen, Untergründe und Verwendungszwecke sind natürlich auch verschiedene Zeltbodentypen geeignet. Feiern Sie zum Beispiel eine Party im Herbst oder Winter auf einer relativ ebenen Wiese, reicht in der Regel schon das Auslegen von Kunststoffmatten im Partyzelt. Einige Kunststoffmatten haben auch Löcher, um den darunterliegenden Rasen zu schonen. Durch ausgelegte Matten stehen die Sitzmöbel stabiler, feuchter Rasen geht durch das Betreten vieler Gäste weniger kaputt und am Ende sind die Matten leicht wieder wegzuräumen. Kunststoffmatten sind also eine tolle Lösung für den kurzfristigen Gebrauch, vor allem in Partyzelten.

Möchte man eine Lösung „für die Ewigkeit“ haben, kann man natürlich auch einen Betonboden gießen und sein Lagerzelt darüber errichten. Dies ist natürlich sehr aufwendig und lässt sich auch nicht einfach entfernen.

Eine gute Möglichkeit für unebenen, feuchten Untergrund ist ein Zeltboden aus Grobspanplatten. Dieser ist praktisch für Lagerzelte, Zelthallen und Rundbogenhallen, in welchen man Dinge sauber und trocken unterbringen möchte. Dafür gibt es verschiedene Aufbaumöglichkeiten, welche wir im nächsten Abschnitt vorstellen.

Einen Zeltboden aus Grobspanplatten und Sparren bauen

Die französischen Handwerker aus Leidenschaft Salomé und Kevin stellen auf ihrem YouTube-Kanal „Comme un pingouin dans le desert“ (= „Wie ein Pinguin in der Wüste“) eine Zeltboden-Lösung für ihr Lagerzelt vor. Das Video der beiden Pinguine begeistert uns sehr, weswegen wir uns einmal an die Übersetzung für unsere deutsche Community gemacht haben.

Diese Zeltboden-Lösung ist übrigens besonders geeignet für etwas unebene und feuchte Böden, da die Unebenheiten vorher sorgfältig ausgeglichen werden und die Konstruktion aus Mauersteinen und Sparren die Feuchtigkeit von unten erfolgreich abhält. Die vorgestellte Methode erfordert etwas handwerkliches Geschick und Zeit, ist jedoch eine solide Lösung für einen hochwertigen Zeltboden. Wer nicht so viel Zeit hat, springt am besten direkt zu unserem Zeltboden aus Grobspanplatten und Europaletten. Beide Varianten mit Grobspanplatten sind auf jeden Fall für den längerfristigen Gebrauch in Lagerzelten oder Zelthallen geeignet.

Die YouTuber "Comme un pingouin dans le désert" in einer Toolport Zelthalle

Material für den Zeltboden aus Grobspanplatten und Sparren

Für den „französischen Zeltboden“ benötigen Sie die hier aufgelisteten Materialien. Machen Sie sich je nach Zeltgröße am besten eine Skizze zur Errechnung der notwendigen Menge an Sparren, Mauersteinen und Grobspanplatten.

Wichtig dafür: Die Steine sollten jeweils einen Abstand von ca. 60 cm zueinander und die Spanplatten einen Abstand von 15 cm zur Zeltplane haben.

  • Sand (zum Auffüllen von Löchern im Boden)
  • Mauersteine
  • Neigungsmesser
  • Schnur
  • Lineal
  • Sparren 8 x 6 cm
  • Dichtungsbahn
  • Grobspanplatten
  • Handkreissäge
  • Akkubohrer & Schrauben
  • Gummihammer

So bauen Sie Ihren Zeltboden aus Grobspanplatten und Sparren

  1. Bauen Sie Ihr Zelt auf und achten Sie dabei darauf, dass die Ecken jeweils korrekt im rechten Winkel zueinander stehen.
  2. Füllen Sie Löcher im Boden mit Sand.
  3. Platzieren Sie Mauersteine an den vier Ecken des Zeltes.
  4. Stellen Sie mit dem Neigungsmesser sicher, dass alle Steine gerade stehen. Mit einer Schnur, die Sie zwischen den Ecksteinen spannen, können Sie überprüfen, ob die Blöcke auf einer Höhe sind.
  5. Verlegen Sie nun die Steine und halten Sie dabei einen Abstand von ca. 60 cm zueinander. Auch hier hilft die Schnur, um die gleiche Höhe aller Blöcke sicherzustellen.
  6. Schneiden Sie Dichtungsbahn zurecht und legen Sie diese auf den Mauersteinen aus, damit keine Feuchtigkeit in die Sparren steigen kann.
  7. Legen Sie die Sparren auf die Mauersteine und berücksichtigen Sie dabei 15 cm Sicherheitsabstand zur Zeltplane, damit das Kondenswasser der Plane nicht ans Holz gelangt.
  8. Verteilen Sie die Grobspanplatten auf den Sparren und schrauben Sie sie fest. Achtung: Vermessen und planen Sie vorher die Verteilung der Platten, damit keine Plane am Ende ins „Nichts“ läuft und Sie ungleichmäßig zuschneiden müssen. Mit einem Gummihammer können Sie ggf. nachhelfen, dass alle Platten eng aneinander anliegen.

Und das Ganze noch einmal von den Profis (auf französisch) erklärt:

Einen Zeltboden aus Europaletten und Grobspanplatten bauen

Wem die französische Variante zu umständlich ist, gefällt sicherlich die Variante des „Düsseldojos“, einer Kampfsportschule aus Düsseldorf, besser. Dort wurde für eine Trainingshalle (in diesem Fall eine Rundbogenhalle) ein kostengünstiger Boden gebaut – zwar auch mit Grobspanplatten, aber unter diesen liegen in dieser Variante Europaletten anstelle von Mauersteinen und Sparren.

Diese Variante ist für ebenere und trockenere Böden bestens geeignet.

Material für den Zeltboden aus Europaletten und Grobspanplatten

Rundbogenhalle mit Boden

Für den Düsseldorfer Zeltboden benötigen Sie weniger Material, jedoch ist auch hier eine Skizze zur Berechnung der notwendigen Mengen und Maße wichtig. Rechnen Sie auch hier mit ca. 15 cm Abstand zur Zeltplane.

  • Sand
  • Europaletten
  • Grobspanplatten
  • Neigungsmesser
  • Schnur
  • Handkreissäge
  • Akkubohrer & Schrauben
  • Gummihammer
  • Malervlies
  • ggf. Laminat zum Abdecken

So bauen Sie Ihren Zeltboden aus Europaletten und Grobspanplatten

  1. Bauen Sie Ihr Zelt Ihre Rundbogenhalle auf und achten Sie auf die rechten Winkel in den Zeltecken.
  2. Füllen Sie mit Sand etwaige Bodenlöcher auf.
  3. Legen Sie die Europaletten plan aus und überprüfen Sie ggf. mit Neigungsmesser und Schnur (zwischen den Eckpaletten gespannt), ob alle Platten gleich hoch liegen.
  4. Verschrauben Sie die Europaletten miteinander.
  5. Verteilen Sie die Grobspanplatten auf den Paletten und schrauben Sie auch diese fest. Mit einem Gummihammer können Sie ggf. nachhelfen, dass alle Platten eng aneinander anliegen.
  6. Die Grobspanplatten können je nach Belieben noch mit einem weiteren Material abgedeckt werden, zum Beispiel Laminat.

Der richtige Boden für Ihr Zelt

Für jedes Zelt gibt es die richtige Bodenlösung, wenn nackte Erde oder Rasen nicht ausreichen. Diese Lösung muss zum Bedarf (Party? Lagerung von landwirtschaftlichen Geräten?) sowie zum Untergrund (nasser Rasen? Löcher im Boden?) und zur Dauer des Einsatzes (Sommer, Winter, ganzes Jahr?) passen.
Dafür stehen verschiedene Materialien und Bauarten zur Verfügung – von Kunststoffmatten bis hin zu Grobspanplatten. Wir wünschen viel Erfolg beim Zeltbodenbau!

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