Tipi: Das Zelt der Indianer

Bekannt aus Film und Fernsehen sind die Tipis der Indianer mit ihrer typischen Kegelform. Wie die Indianer im Zelt gelebt haben und welche Besonderheiten das Tipi Zelt im Vergleich zu anderen Zelten hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das ursprüngliche Zelt der Dakota-Indianer

Übersetzt bedeutet das indianische Wort „Tipi“ so viel wie „sie wohnen dort“. Das Zelt der nordamerikanischen Dakota-Indianer bestand nur aus wenigen Teilen und Materialien und war genau deswegen leicht transportierbar – perfekt geeignet für einen nomadischen Lebensstil.

Das Gestell eines Indianertipis setzte sich aus ca. 10 – 30 dünnen Stämmen aus Holz zusammen. Zuerst stellte man ein stabiles drei- bis vierbeiniges Grundgerüst auf, an dem die weiteren Stangen angelegt wurden. Dadurch entstand im oberen Drittel des Gestells das unregelmäßige Bündel von gekreuzten Stämmen. Eine unverkennbare Form, durch die man das Indianerzelt schnell erkennen kann. 

Um das Gestell des Tipi Zeltes herum wurde eine Plane aus Leder gespannt, die am Boden mit Pflöcken oder schweren Steinen befestigt wurde. Das Leder gewannen die Indianer durch die Jagd auf Bisons. Das Fleisch wurde als Essen verwendet und die Haut für das Indianertipi.

Durch Gerbung und Räucherung des Leders war das Tipi beinahe wasserdicht. Zusätzlich kamen als Deckungsmaterial auch Baumrinden aus der Natur oder Matten zum Einsatz. Später (ca. um 1800) kamen die ersten Tipis aus Stoff auf, und weil das Material leichter als Leder war, konnten die Indianer dadurch sogar größere Tipis nähen.

 

Raum, Wärme und Komfort im Tipi-Zelt

Die kreisrunde Form des Tipis hatte im Durchschnitt einen Durchmesser von drei bis sieben Metern. Um das Innere des Zeltes komfortabler zu gestalten, wurden Lederplanen und Felle zum Sitzen ausgelegt. So ließ es sich zudem gemütlicher und besser im Tipi Zelt schlafen.

An den Innenstangen des Tipi Zeltes wurde als Wärmedämmung und Schutz vor Wind ein sogenanntes Lining (Futter) angebracht. Zudem trug das Lining zur Intimsphäre bei. Es verhinderte, dass sich bei Dunkelheit Schattenumrisse der Bewohner auf der Lederplane abzeichneten.

Jedes Tipi eines Indianerstammes wurde bemalt. An der Bemalung war erkennbar, welchen sozialen Status der jeweilige Bewohner innerhalb des Stammes hatte. Im Tipi Zelt selbst gab es eine Art virtuelle Raumteilung. Je höher der Rang des Familienmitglieds war, desto weiter lag der Sitzplatz vom Eingang entfernt. In der Nähe des Eingangs saßen deswegen zuerst die Kinder und Frauen, etwas weiter weg dann die Männer. Dem Eingang gegenüber saß als ranghöchstes Mitglied der Familie das Familienoberhaupt.

Indianer-Tipi-Dörfer: Funktional und wettergeschützt

Viele Personen wissen nicht, dass die Form des Tipis unsymmetrisch ist. Der Kegel des Tipis ist leicht nach hinten geneigt, sodass eine steile und eine etwas flachere Seite entsteht.

An der flacheren Seite befindet sich der Eingang, der überwiegend in Richtung der aufgehenden Sonne aufgestellt wurde, somit konnte die steilere und stabilere Rückseite den häufigen auftretenden Westwinden standhalten.

Das Lagerfeuer lag im Zentrum des Tipis, der aufsteigende Rauch sollte nicht im Knotenpunkt des Zeltgestells entweichen, deswegen war über dem Feuer eine Rauchöffnung mit zwei Klappen angebracht. Diese konnten durch Stangen ausgerichtet werden. Je nach Windrichtung wurde die Rauchöffnung für eine stärkere Sogwirkung weiter geöffnet oder bei schlechten Witterungsverhältnissen sogar komplett geschlossen.

Erster Kontakt mit Europäern ist den Tipis zu verdanken

Als 1541 ein Expeditionstrupp des spanischen Konquistadoren Francisco Vásquez de Coronado auf Schleifspuren in der nordamerikanischen Prärie stoß, folgte man diesen. Die Spuren stammten von Schleiftragen oder Gleitschleppen (sogenannte Travois), mit denen die nomadisch lebenden Indianer ihr Eigentum transportierten. Die Schleiftragen bestanden aus den Stangen des Tipi-Gestells und wurden durch Hunde gezogen.

Jahre später übernahmen Pferde diese Aufgabe. Sie wurden durch die Europäer ins Land gebracht und wurden für die Indianer ebenfalls zu passenden Nutz- und Reittieren. Die Dakota-Indianer bezeichneten die Pferde als „shunka-wakan“, was übersetzt „Großer Hund“ oder „Zauberhund“ bedeutet. Die Pferde konnten längere und schwere Stangen transportieren, was zu größeren Tipis führte. An der Bauweise des Zeltes änderte sich jedoch nichts.

Schon gewusst?

Auch heutzutage finden Sie das Indianerzelt häufig im Alltag wieder. Manchmal sogar ein ganzes Indianer-Tipi-Dorf. Sie fragen sich, wo genau? Bei Familien im Kinderzimmer. So wurde das Indianerzelt zum beliebten Indoor-Zelt bei Kindern. Häufig gibt es diese Tipi Zelte in bunten Farben und Mustern zu kaufen und werden dann liebevoll mit Kissen, Decken und Girlanden dekoriert. Schließlich sollen die kleinen Indianer in ihrem Tipi Zelt zu kleinen Abenteurer werden und hier sogar vielleicht mal eine Nacht übernachten dürfen – ist doch schließlich viel aufregender als im Bett, oder?

Vom original Indianertipi zu den heutigen, hochwertigen Party-, Lager- oder Faltzelten hat sich einiges getan. Vor allem die Qualität der heutigen Modelle ist beachtlich. Sie möchten mehr über die heutigen, modernen Zelte wissen? Kein Problem! Rufen Sie gerne unseren Experten-Kundenservice unter der Telefonnummer +49-40-7972446144 an, kommen Sie vor Ort in Norderstedt bei Hamburg vorbei oder senden Sie eine E-Mail an: service@profizelt24.de.

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